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Hörempfindung Wie werden Musik und Geräusche empfunden

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  #1  
Alt 30.01.2018, 10:46
OpenEnd OpenEnd ist offline
OpenEnd Admin
 
Registriert seit: 27.11.2007
Beiträge: 7.340
Standard Realitätsanmutung

Hallo Freunde,

aus aktuellem Anlass möchte ich mal den Begriff Realitätsanmutung aus meiner Sicht definieren, damit keine Missverständnisse entstehen können.

Realitätsanmutung in der audiophilen Wiedergabe ist für mich, wenn mich die akustische Wiedergabe an eine oder mehrere Konzerte oder Auftritte aus meiner Erfahrung erinnert. Wenn für mich bei der Wiedergabe über eine audiophile Anlage der Eindruck entsteht, dass die Basis für diese Wiedergabe ein reales Konzert gewesen sein könnte, dann mutet das für mich real an .... kurz gesagt Realitätsanmutung.
Diese Realitätsanmutung ist meine höchst individuelle Betrachtung und wird aus meiner höchsteigenen Erfahrung gespeist.
Die Wiedergabe in meinem Wohn- und Hörraum ist darauf optimiert. Die Zusammenstellung der Anlage, die Behandlung des Raumes, die Lautsprecheraufstellung, ist in dieser Richtung optimiert. Ich scheue mich nicht davor, die Wiedergabe so zu manipulieren, dass bei mir während des Abhörens die Freudentränen laufen und ich von der Musik bewegt und getanzt werde.
Das ist meine Definition von musikalischem Erleben ... das ist Open End Music.
Über High-End bin ich zu Open-End gekommen. Äquivalent dazu habe ich Jahre lang trockenen Wein getrunken und bin jetzt bei weniger trockenen, dafür aber vollmundigen Weinen gelandet.

Grüßle vom Charly
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Die Welt ändert sich durch deine Taten. Nicht durch deine Meinung
Bin überzeugter Agnostiker
Wohnort: Obertraubling bei Regensburg
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  #2  
Alt 30.01.2018, 10:52
Franz Franz ist gerade online
 
Registriert seit: 28.11.2007
Beiträge: 8.942
Standard

Zitat:
Realitätsanmutung in der audiophilen Wiedergabe ist für mich, wenn mich die akustische Wiedergabe an eine oder mehrere Konzerte oder Auftritte aus meiner Erfahrung erinnert. Wenn für mich bei der Wiedergabe über eine audiophile Anlage der Eindruck entsteht, dass die Basis für diese Wiedergabe ein reales Konzert gewesen sein könnte, dann mutet das für mich real an .... kurz gesagt Realitätsanmutung.
Höre ich auch so.

Zitat:
Ich scheue mich nicht davor, die Wiedergabe so zu manipulieren, dass bei mir während des Abhörens die Freudentränen laufen und ich von der Musik bewegt und getanzt werde.
Das ist meine Definition von musikalischem Erleben ... das ist Open End Music.
Ich brauch dazu keine Manipulationen, sie entfernen mich eher vom Original des Tonträgers. Je näher ich an HiFi komme, umso realistischer und natürlicher wird es. High End ist für mich nur eine Worthülse für Marketing.
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  #3  
Alt 30.01.2018, 11:00
rolodex rolodex ist offline
 
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Beiträge: 135
Standard

Charly,

die Möglichkeit die Musik zu manipulieren habe ich zwar nicht, aber sonst bin ich ganz bei Dir.

Gruß, Gerd
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  #4  
Alt 30.01.2018, 11:07
OpenEnd OpenEnd ist offline
OpenEnd Admin
 
Registriert seit: 27.11.2007
Beiträge: 7.340
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Hallo Franz,

wenn auf einem Tonträger gute Musik enthalten ist, die Wiedergabe aber eher bescheiden klingt, dann sorge ich im Rahmen meiner Möglichkeiten dafür, dass das besser wird. Im Moment suche ich nach einem Dynamic Expander, den ich in meinen J-River Player einhängen kann. Die vielfältigen Equalizer nutze ich schon. Dann suche ich noch eine SW, mit der ich nachmastern kann. Habe da schon ganz tolle Ergebnisse gehört.

Dabei ist vollkommen klar, dass man mit den Tools vorsichtig umgehen muss.

Niemand anders muss das tun. Es unterstützt meine Realitätsanmutung.

Grüßle vom Charly
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  #5  
Alt 30.01.2018, 11:33
Franz Franz ist gerade online
 
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Beiträge: 8.942
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Charly,

bei mir muß nicht zwingend jede Musik, gespeichert auf einem Tonträger, gut klingen. Es gibt gute und schlechte Aufnahmen. Ich nehm das so hin. Das tut meinem Spaß an der Musik aber keinen Abbruch. Ich unterscheide immer zwischen Musik an sich und Aufnahmequalität. Kommt beides zusammen, wunderbar. Aber auch eher bescheidene Aufnahmequalität mindert nicht die Freude an der Musik. Ich könnte da zig Beispiele anführen. Die Aufnahmen von Maria Callas etwa sind alles andere als hochqualitativ, sie sind eher als historisch anzusehen. Und trotzdem trifft die Musik mich mitten in`s Herz.

Musik bedarf keiner Aufhübschung. Sie hat alles in sich. Ob die Musik dann einen anspricht oder nicht, das liegt im Ohr des Hörers.

Zitat:
Dann suche ich noch eine SW, mit der ich nachmastern kann. Habe da schon ganz tolle Ergebnisse gehört.
Benutze den HQ player von Sygnalist in Roon. Damit kann man auch herrlich herumspielen und das Signal mit einer DSP-engine manipulieren. Hab damit auch mal herumexperimentiert, aber bin am Ende immer wieder zurückgekommen auf die Wiedergabe ohne Manipulation des Signals. Kann deinen Standpunkt aber verstehen. Jeder nach seinem Gusto. Der ist und bleibt recht individuell.
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  #6  
Alt 30.01.2018, 11:41
Janus525 Janus525 ist gerade online
 
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Zitat:
Zitat von OpenEnd Beitrag anzeigen
Realitätsanmutung in der audiophilen Wiedergabe ist für mich, wenn mich die akustische Wiedergabe an eine oder mehrere Konzerte oder Auftritte aus meiner Erfahrung erinnert. Wenn für mich bei der Wiedergabe über eine audiophile Anlage der Eindruck entsteht, dass die Basis für diese Wiedergabe ein reales Konzert gewesen sein könnte, dann mutet das für mich real an .... kurz gesagt Realitätsanmutung...()...Das ist meine Definition von musikalischem Erleben ... das ist Open End Music. Grüßle vom Charly
Hallo Charly,

da bin ich sofort bei Dir... Mich nervt das dauernde "Neutralitätsgequatsche" und das Gerede über die "Reine Lehre" des HiFi auch. Ich fühle mich dem nicht verpflichtet, was irgendein Mensch den ich nicht kenne, im Aufnahmestudio, am Regie- und Mischpult usw. bei einer Aufnahme für gut oder schlecht, richtig oder falsch gehalten hat. Wo kämen wir denn da hin...? Ich kenne ja nichtmal die Motive, weshalb dieser Mensch etwas bei der Aufnahme so oder so gemacht hat, was er nicht durfte..., nicht sollte..., nicht konnte..., nicht mochte..., oder was auch immer.

Uwe Unterkeller von der Firma KNOPF-HiFi in Düsseldorf:

http://www.knopfhifi.de/de/ueber-uns/knopf

den ich nun seit fast 20 Jahren kenne und schätze, mit dem ich schon viele Gespräche zu solchen Themen geführt habe, sowohl im Geschäft als auch bei mir zu Hause, bringt es auf den Punkt wenn er zu seinen Kunden sagt:

"Sie müssen sich letztlich entscheiden was Sie wollen, HiFi oder Musik...?"

Wenn ich die Wahl habe entscheide ich mich für Musik. Lebendige, mitreißende, emotional zutiefst befriedigende Musik. Soll aber jeder machen wie er möchte, da würde ich nie jemandem reinreden wollen.

Viele Grüße: Janus...
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  #7  
Alt 30.01.2018, 11:51
Franz Franz ist gerade online
 
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Zitat:
"Sie müssen sich letztlich entscheiden was Sie wollen, HiFi oder Musik...?"
In letzter Konsequenz würde das bedeuten, daß man auf eine HiFi-Anlage dann verzichtet.

Wenn ich zu einem gut beleumundeten Koch in einem Restaurant essen gehen möchte, was erwarte ich dann? Daß ich das von ihm zubereitete Essen nachwürze?

Ich hab es schon so oft erwähnt: Wer sich mit HiFi beschäftigt, muß sich zuallererst die Frage beantworten, wie er gerne hört und seine Anlage danach ausrichten. Das ist auch ein Entwicklungsprozess, aber darüber sollte man sich schon Klarheit verschaffen. Und letzten Endes ist und bleibt das sehr individuell. Da gibt es kein "richtig" oder "falsch", sondern ein "paßt zu meinem Hörgeschmack" oder "paßt nicht zu meinem Hörgeschmack". So ehrlich muß man schon sein, sonst reden wir auch hier immer nur aneinander vorbei.
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  #8  
Alt 30.01.2018, 12:15
Janus525 Janus525 ist gerade online
 
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Zitat:
Zitat von Franz Beitrag anzeigen
In letzter Konsequenz würde das bedeuten, daß man auf eine HiFi-Anlage dann verzichtet.

Wenn ich zu einem gut beleumundeten Koch in einem Restaurant essen gehen möchte, was erwarte ich dann? Daß ich das von ihm zubereitete Essen nachwürze?

Hallo Franz,

nein, das bedeutet es nach meiner Auffassung nicht.

Es bedeutet lediglich dass man sich entscheiden muss, ob man zum Essen in ein nobles Dreisterne-Restaurant geht, oder in die gemütliche Bauernstube nebenan. das Eine ist nicht per se schlecht, das Andere nicht per se gut. Es macht dann aber wenig Sinn sich im Sternerestaurant über die lächerlich kleinen Portionen zu beschweren..., oder in der Bauernstube darüber zu meckert dass einem die Finesse fehlt. Bei der Gastronomie ist es natürlich einfach, mal geht mal in das eine, und mal in das andere Restaurant.

Und sei Dir sicher, auch im besten Restaurant würze ich das Essen nach wenn es mir zu fad erscheint, Sternekoch hin oder her...

Viele Grüße: Janus...
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  #9  
Alt 30.01.2018, 13:02
OpenEnd OpenEnd ist offline
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Nur eine wirklich gute Anlage kann man dazu bringen, den hohen eigenen Anforderungen zu folgen. Es sind ja oftmals nur Kleinigkeiten, die die eigene Realitätsanmutung befördern. Nachwürzen würde ich immer, wenn mir etwas nicht richtig schmeckt. Allerdings grundsätzlich erst, wenn ich das Essen probiert habe. In hochwertigen Lokalen habe ich aber noch nie das Gefühl gehabt, ich müsse nachwürzen.
Bei toller Musik, gemacht von Begabten, muß ich auch nichts in meinem Sinne verbessern. Bei schlechten Produktionen lohnt sich aber die Nachbearbeitung in Sachen Dynamik und Hervorhebung, bzw. Absenkung von klanglichen Aspekten. Warum sollte ich mir es antun, wenn ein unbegabter, unmotivierter Tondruide ein bescheidenes Produkt abgeliefert hat?
Bisher war es in der High-End Zeit so, dass ich diese schwachen Produktionen einfach nicht oder nur selten gespielt habe. Mit heutigen Tools kann man etwas tun.

Grüßle vom Charly
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  #10  
Alt 30.01.2018, 13:50
Franz Franz ist gerade online
 
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Charly, wenn ein "Tondruide" ein bescheidenes Produkt abgeliefert hat, muß ich es ja nicht goutieren, es bleibt bescheiden und wird auch nicht wirklich besser, wenn ich "nachwürze". Das macht man sich aber vor. Sei`s drum. Wer`s braucht, soll und kann es ja tun, niemand hindert ihn ja daran und wenn es ihm dann besser gefällt, dann soll es so sein.

Mein Ansatz ist ein anderer. Ich nehm das Produkt und die klangliche Ausbeute damit so hin, wie es ist. Ganz übles, was mir den Spaß an der Musik verleidet, höre ich mir nicht zweimal an. Zum Glück ist das wenig, was mich wirklich stört. Den Rest kann ich akzeptieren, und es gibt auch ganz Hervorragendes. An die HiFi-Technik stelle ich die Anforderung, daß sie genau eines nicht machen soll, nämlich "sound" zu kreieren, sondern "sound" weitestgehend auszutreiben. Einer meiner Hersteller von Audio-Produkten hat einmal geschrieben: "Die Klänge von Musikinstrumenten sind nämlich bereits so gut, dass man sie auch bei der Wiedergabe nicht “verbessern” muss. Und die Freude an diesen Klängen ist schöner als die Diskussion um unterschiedliche Lautsprecherklänge.“ Das trifft genau auch meine Überzeugung.
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